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50 Jahre Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen

24.11.2020 | Politik, Kommentare (0)

Giffey: Beirat gibt wertvolle Impulse und ist verlässlicher Berater 

Wie leben Familien? Welche Unterstützung brauchen sie? Zeigen die Maßnahmen der Familienpolitik Wirkung und gibt es Anpassungsbedarf angesichts gesellschaftlicher Veränderungsprozesse? Für eine wirksame, nachhaltige Familienpolitik braucht es wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen. Seit 1970 berät der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen das Bundesfamilienministerium ehrenamtlich und unabhängig in Fragen der Familienpolitik und -forschung.

Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens findet am 13. November 2020 die digitale Jubiläumsveranstaltung #FamilienLeben - 50 Jahre wissenschaftliche Beratung für eine nachhaltige Familienpolitik statt. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey würdigt die Arbeit des Beirates und dankt für die jahrzehntelange fachliche Begleitung:

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: 
„Der Wissenschaftliche Beirat steht dem Bundesfamilienministerium schon seit fünf Jahrzehnten bei vielen gesellschaftlichen Themen beratend zur Seite: beispielsweise beim Kindergeld, bei den Elterngeldleistungen, bei Betreuungsangeboten für Klein- und Schulkinder oder auch ganz aktuell bei der Frage, was Familien in diesen schwierigen Corona-Zeiten am dringendsten brauchen. In seiner langjährigen, engagierten Arbeit hat der Beirat wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute mehr über Familien wissen. Er hat wichtige Impulse beigesteuert - etwa wie eine gesamtdeutsche Familienpolitik nach der Deutschen Einheit aussehen soll oder welche Bedeutung Kitas wie Familien als Orte der Bildung haben. Er hat auch gesagt, wo er Handlungsbedarf sieht - zum Beispiel bei den steuerlichen Freibeträgen für Familien. Ich danke allen Mitgliedern für ihre kompetente, wertvolle ehrenamtliche Arbeit und freue mich, den Beirat als verlässlichen Berater an der Seite des Ministeriums zu wissen.“

Der Vorsitzende des Beirats, Prof. Dr. Jörg M. Fegert: 
„Familie ist das Rückgrat der Gesellschaft - deshalb sind auch aus vielerlei wissenschaftlichen Perspektiven Investitionen in diesen Bereich so wichtig, kurz-, mittel- als auch langfristig. Eine interdisziplinäre Sichtweise auf Familie, wie sie im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen vertreten ist, ermöglicht einen umfassenden Blick auf Familie: Auf das Miteinander der Generationen, das gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie von ganz besonderen Bedeutung ist, auf die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit, auf die Familie als zentraler Ort der Bildung oder auch der Integration von nach Deutschland geflüchteten Familien. Vielfach hat der Beirat mit diesen Themen wichtige Ansatzpunkte für politisches Handeln aufgezeigt, und unterschiedliche Begründungen für staatliches Handeln gegeben. Durch die Sars-CoV2 Pandemie haben die Familie und der Haushalt als Orte an denen sich im Wesentlichen das Ganze Leben abspielt, eine nicht geahnte Renaissance erlebt. Familie und Digitalisierung ist in einer Zeit mit Homeschooling, Homeoffice und reduzierten sozialen Bezügen ein zentrales Thema, mit dem sich der Beirat beschäftigt und auch weiterbeschäftigen muss.“

Bei der digitalen Veranstaltung anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Beirats wird diskutiert, wie eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Politikberatung gut gelingen kann. Mit den Themen „Gemeinsam getrennt erziehen“ und „Digitalisierung als Herausforderung für Familien und Politik“ stehen zwei gleichermaßen aktuelle wie zukunftsrelevante Fragen für die Familienpolitik im Fokus der Diskussion mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis.

Der Wissenschaftliche Beirat
Der Beirat wurde in seiner jetzigen Form 1970 gegründet und ist eines der ältesten politischen Beratungsgremien der Bundesrepublik Deutschland. In ihm widmen sich derzeit 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachdisziplinen, die das Thema Familie als Arbeitsschwerpunkt haben, ehrenamtlich der wissenschaftlichen Politikberatung.

Die Mitglieder werden auf Vorschlag des Beirats von der Bundesfamilienministerin berufen und sind von Legislaturperioden unabhängig. Der Beirat äußert sich eigenständig und unabhängig zu Schwerpunktfragen der Familienpolitik - Themen und Fragestellungen der Arbeit wählen die Mitglieder selbst. Sie beziehen Positionen in Form von Gutachten und Stellungnahmen.

Zuletzt hat der Beirat mit eigenen Veranstaltungen vermehrt zur öffentlichen Diskussion mit anderen Akteuren eingeladen, um das Thema der Familie bei aktuellen Debatten stark zu machen. Er ist auch beteiligt an der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit, bei der die wissenschaftlichen Beiräte der Bundesregierung zusammenarbeiten, um die Bundesregierung bei ihrer Nachhaltigkeitsstrategie für die Zukunft zu beraten.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

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