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Aufruf zur Beteiligung am Tag des Kindergartens

05.03.2020 Kommentare (0)

Mitmachen heißt es am 21. April, dem deutschlandweiten Gedenk- und Aktionstag

Bereits seit einigen Jahren als „National Kindergarten Day“ in den USA gefeiert, soll der 21. April zukünftig auch in Deutschland zum Gedenken und Mitmachen anregen.

Mit dieser Initiative würdigen die Initiatoren und Unterstützer zum einen das Lebenswerk des deutschen Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel (* 21. April 1782; † 21. Juni 1852), als „Vater“ des Kindergartens. Zum anderen möchten sie darüber öffentliche Auf- merksamkeit für den Wert von Kindheit, für die Qualität und Anerkennung der Erziehertä- tigkeit, sowie die gesellschaftliche Bedeutung des Kindergartens erzeugen.

Der jährliche Aktionstag lädt dazu ein sich gemeinsam auf die Suche zu begeben, nach Geschichten, Bildern, Themen und Angeboten von und über Kindergärten in Deutschland und der Welt und diese mit anderen zu teilen. Er soll dazu dienen, rund um das Thema „Kindergarten“, in den Austausch zu treten, Türen zu öffnen, Veranstaltungen zu planen, Angebote zu präsentieren, die Welt und Perspektiven anderer wahrzunehmen oder zu vermitteln.

Die Gründung des ersten Kindergartens weltweit jährt sich in 2020 zum 180sten Mal. Aus diesem Anlass greift der Fröbel-Kreis die Idee des Aktionstags in diesem Jahr auf und bringt sie nach Deutschland. In der Hoffnung, die Idee und Praxis des „Tag des Kinder- gartens“ finde zukünftig eine ebenso weite Verbreitung in Deutschland und der Welt, wie die humanistische Idee des Kindergartens selbst.

Jeder kann sich beteiligen! #tagdeskindergartens

Eingeladen sind Kindergärten oder Kindergarten-Trägervereine, Berufsschulen, Auszubil- dende, Kommunen, Vereine und Verbände, soziale Institutionen, Gewerkschaften, Wis- senschaft, Politik, Kunst, Presse, oder Einzelpersonen. Tipps und Anregungen für Akti- onen und Veranstaltungen: www.froebeldekade.de/mitmachen/tagdeskindergartens

Hintergrundinformationen

Die Kindergarten-Idee gehört zu den humanistischsten Ideen der Menschheit. Als Institution bietet der Kindergarten einen geschützten Raum, in dem Bildung, Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung - entsprechend der Entwicklungsbedürfnisse der Kinder - nicht durch „Belehrung“, sondern im Spiel erfolgt. Sie ist noch heute in Einrichtungen verwirklicht, wo Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer sozialen Rahmenbedingungen,

• behütet „wie in einem Garten“, eingebettet in die Familie und in die Gemeinschaft aufwachsen,

• spielend ihre Umwelt sowie die kleinen und großen Lebenszusammenhänge der Welt erfahren,

• ihr Eingebettetsein in die Natur, in die Familie und in die Gemeinschaft erleben und mitgestalten,

• ihre Kreativität, Ideen, Interessen, Neigungen, Stärken entfalten und entwickeln können und so von Anfang an faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und eine erfolgreiche Zukunft haben.

Mit seiner Idee vom Kindergarten folgte Friedrich Fröbel den Bedürfnissen seiner Zeit. Die im 18. Jahrhundert beginnende Industrialisierung mit ihren bekannten Konsequenzen bildeten die Grundlage für die Etablierung von Kleinkinderschulen und Kleinkinderbewahranstalten. Beide Konzeptionen - Unterrichtung und Bewahrung - aber entsprachen nicht dem Programm der Aufklärungspädagogik des 18. Jahrhunderts. Hier setzte Fröbel an mit dem Ziel das Vorschulkind zu bewahren. Er übernimmt Pestalozzis Konzeption der Elementarbildung und entwickelt seine Pädagogik, die er später auch „entwickelnd- erziehende Menschenbildung“ nennt.

Er beginnt ab 1837 mit der Produktion und Verbreitung von Spiel- und Beschäftigungsmitteln. Bald wird ihm aber klar, dass dieser Weg nur ein Anfang war. Es ging um mehr: Um Spielzeug und Spielführung, um Pflege und Betreuung, um Bildung und Erziehung für alle kleinen Kinder, ohne dem Kind dabei seine Kindheit zu schmälern. So entstand nach und nach seine Idee vom Kindergarten.

Fröbels theoretischen Überlegungen und praktischen Erfahrungen mündeten 1840 – vor nun 180 Jahren – in die Gründung des ersten Kindergartens in (Bad) Blankenburg/Thüringen. Als Institution der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kleinkindern, die Familienerziehung ergänzend und begleitend, stellte der Kindergarten eine neue Qualität gegenüber bereits existierenden Kinderbewahranstalten dar. Er bot Kindern Raum, die Welt mit vielfältigen Beschäftigungen spielerisch zu entdecken und zu begreifen und war damit Ausgangspunkt für unser heutiges Verständnis von frühkindlicher Bildung. Überzeugt von der Notwendigkeit pädagogisch qualifizierter, ganzheitlicher Begleitung im Kindergarten, schuf Fröbel auch das Berufsbild der Kindergärtnerin.

Die Kindergartenidee fand bereits kurz nach dessen Realisierung im „Allgemeinen Deutschen Kindergarten“ in (Bad) Blankenburg, aber vor allem nach dem preußischen Kindergartenverbot 1851 und unter Mithilfe der aufkommenden Fröbelbewegung ab den 1860er Jahren, Beachtung im In- und Ausland. Die von Fröbel 1848 in Rudolstadt einberufene Lehrerversammlung zur Bekanntmachung und Diskussion der Kindergartenidee hatte nicht geringen Einfluss auf diese Entwicklungen. Ebenso die in Bad Liebenstein ausgebildete Kindergärtnerinnen, die mit dem preußischen Kindergartenverbot das Land verließen.

Insbesondere zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen neue reformpädagogische Ansätze (z.B. Montessori, Steiner, Freinet, Petersen), welche die Grundlagen der Kindergartenidee aufgreifen und weiterentwickeln. Heute ist die humanistische Idee des Kindergartens weltweit verbreitet und in den Einrichtungen mal mehr und mal weniger realisiert.

Fröbel-Kreis

Der Fröbel-Kreis ist eine in 2012 gegründete Interessensgemeinschaft, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern Thüringer Fröbel-Orte, Fröbel-Stätten, Fröbel-Vereine, Regionalmanagement und -tourismus sowie sozialer Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen, unter Leitung der Stadt Bad Blankenburg.

Im Rahmen der gemeinsam initiierten Fröbel-Dekade (2013-2022) arbeitet der Fröbel-Kreis regelmäßig mit nationalen und internationalen Partnern zusammen, um öffentliche und politische Aufmerksamkeit für den Wert von Kindheit, für die Qualität und Anerkennung der Erziehertätigkeit, sowie die gesellschaftliche Bedeutung des Kindergartens zu schaffen und damit die humanistische Idee des Kindergartens zu wahren. Dies geschieht immer auch im Bewusstsein, dass der Kindergarten zwar von Thüringen ausging, es aber längst um eine Idee von weltweiter Tragweite geht.

Quelle: Fröbel-Kreis

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