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Hamburger Erklärung zur Weiterentwicklung des Systems der Kinderbetreuung

10.08.2014 Kommentare (1)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG-BEK) hat das Ziel, die Professionalisierung und Weiterentwicklung in allen Bereichen der Bildung und Erziehung in der Kindheit voranzutreiben und dazu die Aktivitäten veschiedenster Institutionen, Akteurinnen und Akteure zu bündeln, zu vernetzen und weiterzuentwickeln.

Auf ihrer Frühjahrstagung 2014 in Hamburg arbeiteten 130 Expertinnen und Experten an der Frage, welche Impulse aus der Forschung zur Weiterentwicklung des Systems der Kindertagesbetreuung in Deutschland ausgehen. Zu diesem System gehören die Einrichtungen selbst mit den Kindern, Eltern, pädagogischen Fachkräften , Trägern und Leitungskräften sowie Fachberatungen und Anbieter von Organisationsberatung, Supervision und Coaching, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Lehre und Forschung sowie die Politik.

Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung soll immer das Kind stehen: Was braucht es? Was können Fachleute, was Institutionen und Gesellschaft zur Gestaltung einer bildungsanregenden Lebenswelt von Kindern beitragen? Wie können Kindern Bildungsanlässe und -gelegenheiten geboten werden? Wie kann ihnen Raum gegeben werden zur Entfaltung ihrer Potenziale? Und schließlich: Was ist diese Gesellschaft bereit, zur Gestaltung und Begleitung der Entwicklungswege von Kindern an Qualität einzufordern und dazu entsprechende Ressourcen zur Verfügung zu stellen?

Aus Entwicklungspsychologie, Erziehungswissenschaft und den Neurowissenschaften liegen Erkenntnisse darüber vor, was Kinder benötigen, um die Welt zu entdecken und sich diese aneignen zu können. Um Kinder bei dieser Exploration zu unterstützen, ist im institutionellen Setting der Beziehungsaufbau als Basis einer stabilen Bindung des Kindes insbesondere zur pädagogischen Fachkraft entscheidend. Dafür gilt es, den pädagogischen Fachkräften einen Rahmen zur Verfügung zu stellen, in welchem sie sich jedem einzelnen Kind zuwenden können. 1 Dies gelingt umso nachhaltiger, je optimaler die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern umgesetzt und im Team eine auf das Kind bezogene reflexive Grundhaltung vorhanden ist. Die Haltung der pädagogischen Fachkräfte gegenüber dem Kind ist zentral für den Aufbau dieser Beziehungen und die Ermöglichung von Lernchancen.

Dafür stellen die ExpertInnen in ihrer Hamburger Erklärung Forderungen an alle Akteure in der frühkindlichen Bildung. Den Wortlaut der Erklärung können Sie hier lesen.

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Kommentare (1)

Dr. Dorothea Böhm 02 September 2014, 14:41

Wer ernst meint, dass das Kind mit seinen Bedürfnissen und Wünschen im Mittelpunkt steht, der zieht gar nicht in Betracht, Kinder vor dem 3. Geburtstag für viele Stunden täglich aus der Obhut ihrer Familie und in eine Betreuungseinrichtung zu bringen. (Auch für Kinder im 4. und 5. Lebensjahr ist eine gute Halbtagseinrichtung für jede Förderung ausreichend und mehr ist zu lang!).

U3-Betreuung und Ganztagssettings entsprechen mitnichten den Bedürfnissen von Kindern, sondern denen der Wirtschaft. Ihre Eltern hält man künstlich arm, indem man innerfamiliäre Arbeitsleistungen nicht entgilt, damit sie - auch gegen ihre inneren Stimmen - frühe und lange Betreuungsarrangements anstreben, weil sie zusätzlich zu ihrer Arbeit in den Familien auch noch erwerbstätig werden müssen. Das ist Ausbeutung.
Wie wäre es statt mit Wirtschaftszentriertheit, U3-Kind-Bedürfnismissachtung und Elternberaubung mit ECHTER Wahlfreiheit? Ganz leicht, wenn jedes Kind ein Kindergrundeinkommen erhält, so dass Eltern ohne Finanzdruck entscheiden und auch die Wünsche und Besonderheiten ihrer Kinder berücksichtigen können.

U3-Kinder sind nur dann angemessen betreut, wenn sie bei Bedarf zu JEDEM Zeitpunkt des Tages die volle Aufmerksamkeit eines Menschen, der sie wirklich liebt, erreichen können. Das schließt auch bei noch so netten und engagierten Erzieherinnen übliche Gruppentagesbetreuungssettings aus.

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