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Kitaleitungskongress: Wenig gesellschaftliche Anerkennung, kaum politische Unterstützung

12.04.2018 | Forschung, Kommentare (0)

Seit 2015 führt Wolters Kluwer unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Koblenz einmal im Jahr eine Online-Befragung unter Kita-Leitungen durch. In diesem Jahr nahmen fast 2.400 Kita-Leitungen aus ganz Deutschland teil. Die insgesamt 13 Fragen beschäftigen sich unter anderem mit den Themen „Wertschätzung", „Qualitätsentwicklung" und „Ausbildungsqualität".
Die Ergebnisse der DKLK-Studie 2018 schreiben den Trend der vergangenen Jahre fort, was die Unterstützung und Wertschätzung von Kita-Leitungen und pädagogischen Fachkräften durch Gesellschaft und Politik angeht. Eine große Mehrheit der Leitungskräfte hat – wie bereits in den Vorjahren – das Gefühl, dass in der Gesellschaft ein unzutreffendes Bild von der Komplexität und Aufgabenfülle im Bereich der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung vorherrscht. Die Mehrzahl hat den Eindruck, dass weiterhin hauptsächlich der Betreuungsaspekt in der öffentlichen Wahrnehmung des Berufsbildes eine Rolle spielt und weniger die mittlerweile deutlich im Vordergrund stehenden Anforderungen im Bereich der Bildungsförderung.
Konzentrierte sich die Fachdiskussion insbesondere in 2016 und 2017 auf den Umgang mit Kindern und Familien mit Fluchtgeschichte, ist mit Veröffentlichung des 5. Armuts- und Reichtumsberichts die generelle Problematik einer hohen Anzahl von Armut bedrohter Kinder und Familien mehr in den Vordergrund gerückt. Die DKLK-Studie 2018 zeigt, dass es – unabhängig von statistischen Messwerten – in den Kitas die Wahrnehmung gibt, dass Armut zunimmt. Hier muss sozialpolitisch im Sinne der Chancengerechtigkeit dringend gegengesteuert werden. Die Kitas, die in ihrer familienberatenden Funktion wichtige Akteure bei der Bekämpfung von Armutsfolgen sind, brauchen insofern die Unterstützung durch Politik und Gesellschaft, sind aber auch selbst gefordert, durch armutssensibel gestaltete Angebote gleiche Teilhabe- und Bildungschancen für alle Kinder zu ermöglichen.
Die Verschiebung der aktuellen Fachdiskussion auf Aspekte der Kita- und Trägerqualität trifft auf eine hohe Bereitschaft seitens der Verantwortlichen in den Kitas, Qualitätsmanagement systematisch zu betreiben – mit dem Ziel, eine hohe Qualität sowohl der Organisationsabläufe als auch der unmittelbaren pädagogischen Arbeit sicherzustellen. Die meisten Kitas arbeiten bereits mit Qualitätsmanagement-Systemen, die dies ermöglichen sollen, oder befinden sich kurz davor diese einzuführen. Allerdings haben insbesondere Träger öffentlicher Einrichtungen erheblichen Nachholbedarf. Bei ihnen arbeiten überproportional viele Einrichtungen noch ohne systematisches QM-System. Hier muss die Expertise in den zuständigen Jugendämtern gestärkt werden und die Leitungskräfte müssen aktiv beim Aufbau individueller QM-Systeme unterstützt werden. Zu überdenken wären an dieser Stelle auch neue kommunal e Trägerstrukturen, die zu einer höheren Professionalisierung beitragen können. An der Bereitschaft der Einrichtungen bzw. Kita-Leitungen wird dies nicht scheitern, wie die Ergebnisse zeigen. Weitere Informationen unter: http://www.deutscher-kitaleitungskongress.de/2018/service/downloads/

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kitaleitungskongresses vom 20.3.2018

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