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Macht das tägliche Ritual Sinn? Gedanken zum Morgenkreis

Elisabeth Erndt-Doll

11.05.2020 | Fachbeitrag Kommentare (2)

Ist ein Morgenkreis wirklich ein so wichtiges Ritual, dass alle Kinder für einen gutstrukturierten Kita-Alltag brauchen? In diesem Beitrag erfolgt eine Auseinandersetzung über Sinnhaftigkeit, Strukturen und Inhalte des beliebten Rituals Morgenkreis.

 Beitrag: Macht das tägliche Ritual Sinn? Gedanken zum Morgenkreis (209KB)

Quelle: klein&groß 05/2020, S. 6-7

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Kommentare (2)

  • Caro:
    15.05.2020 um 18:46 Uhr

    Ich finde den Artikel sehr einseitig und nicht gut recherchiert. Ich bin selbst Erzieherin und habe in vielen Punkten eine andere Meinung. Einen Morgenkreis mit 25 Kita-Kindern halte ich für wenig sinnvoll und in der Praxis auch nicht lange durchführbar, das zum einen. Ich führe in meiner Gruppe (17 Kinder) regelmäßig einen Morgenkreis durch, aber es gibt auch Tage an denen er einfach mal ausfällt, sei es weil die Kinder schon so vertieft in ein Spiel sind oder wir einen Ausflug machen wollen. Die Kinder freuen sich auch darauf und fordern den Morgenkreis ein. Ich passe den Morgenkreis situationsbedingt und thematisch an, er ist nicht jeden Tag gleich. Je nach Stimmung und Aufmerksamkeit dauert der Morgenkreis mal 10 Minuten, aber auch schon mal eine dreiviertel Stunde. Kinder die "zu spät" kommen kommen leise ins Zimmer und setzen sich dazu. Klar sind neue Kinder unruhiger als andere, aber ich versuche den Morgenkreis so spannend und anregend zu gestalten, dass sie gerne dabei sind, auch Bewegungsangebote sind mit dabei. Und 10 min zur Ruhe kommen schadet keinem Kind, die 45 Minuten sind wirklich die große Ausnahme.

    Antworten

  • Angelika Mauel:
    16.05.2020 um 09:07 Uhr

    Danke für die differenzierte Betrachtung zu einem Ritual in Kitas, das sich viele Erzieherinnen nicht einmal versuchsweise wegdenken wollen. Als Springerin in Kindergärten habe ich aus Kindermund manches zu hören bekommen, was mir gezeigt hat, dass weder Morgen- noch Abschlusskreis bei Kindern so beliebt wären, wie viele Erzieherinnen es glauben. Kinder tun uns Erzieherinnen netterweise manchen Gefallen. Je größer die Gruppen sind, um so eher werden auch von ihnen Rituale klaglos hingenommen, weil ja "alle mitmachen". Selbst wenn Kinder von Seiten der Erzieherinnen auf eine Teilnahme am Kreis verzichten dürften, spüren sie Gruppen- und Erwartungsdruck.

    Meine erste Aufgabe als Ungelernte auf der Stelle einer Kinderpflegerin: Ich sollte mich in die Nähe der Tür setzen, um zwei Jungs, die laut Gruppenleiterin gern "tritschen gingen" wieder zurück zu holen. Jungen, so meine Erfahrung über 25 Jahre mögen die Kreisveranstaltungen oftmals gar nicht, antworten aber auf Fragen zügig, weil sie das Ritual gern so kurz wie möglich halten wollen.

    Ich frage mich, welche Erfahrungen Frau Erndt-Doll mit den unterschiedlichen Vorlieben von Mädchen und Jungen gemacht hat. Gern würde ich noch mehr zum Thema von ihr lesen.

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