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Zwischenbilanz von „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“

04.09.2014 Kommentare (0)

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, haben im Rahmen einer ganztägigen Veranstaltung in Oberhausen Zwischenbilanz des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ gezogen.

„Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Start des Modellvorhabens können wir sicher sagen: Vorbeugung funktioniert“, sagte Ministerpräsidentin Kraft. „Mit frühen Hilfen für Familien und einer besseren Vernetzung von Förderangeboten kommen wir unserem Ziel Stück für Stück näher: Kein Kind mehr zurückzulassen!“ Deshalb investieren wir seit unserem Amtsantritt kontinuierlich in Kinder, Bildung und Zukunft – mit dem Ziel, die steigenden Ausgaben für soziale Reparaturkosten zu bremsen und mittelfristig umzudrehen.“

Auch aus Sicht von Dr. Brigitte Mohn ist das Modellvorhaben zukunftsträchtig und für alle Beteiligten gewinnbringend. „‚Kein Kind zurücklassen‘ ist ein wichtiges Projekt. Familien und Kinder profitieren nur von passgenauen Maßnahmen. Darum ist es wichtig zu erfahren, wie vor Ort Kinder und Familien noch gezielter und wirksamer unterstützt werden können. Wir danken den 18 Modellkommunen für ihr großes Engagement in der Sache und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

An dem Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ nehmen seit März 2012 18 Modellkommunen aus ganz Nordrhein-Westfalen teil. Das Ziel ist es, für alle Kinder die besten Bildungsmöglichkeiten und Voraussetzungen für ein gelingendes Aufwachsen zu schaffen. Zu diesem Zweck sollen in den Städten, Gemeinden und Kreisen sogenannte Präventionsketten aufgebaut werden, um bereits bestehende Angebote für Kinder und Familien besser zu vernetzen und um diejenigen gezielt zu erreichen, die Hilfe brauchen.

Wie eine gut aufeinander abgestimmte, kommunale Präventionskette aussehen kann, zeigten die 18 Modellkommunen im Rahmen einer Ausstellung, die die Familienministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Ute Schäfer gemeinsam mit Dr. Brigitte Mohn eröffnete. In ihrer Rede wies die Ministerin auf die nachhaltige Wirkung von Vorbeugung hin. „Der Aufbau von Präventionsketten, die Vernetzung mit Akteuren im Quartier, auf Stadt- oder Kreisebene ist ein anspruchsvoller Prozess, der viel Einsatz erfordert – der uns aber auch deutlich nach vorne bringt, wenn es darum geht, die Kinder und Familien bei uns im Land, die es besonders schwer haben, noch besser zu unterstützen.“ Für die gesamte Phase des Aufwachsens von Kindern bis zum Berufseinstieg stellten die Kommunen in der Ausstellung Beispiele Guter Praxis vor, wie das Screeningverfahren für Neugeborene in Moers oder die individuelle Bildungsbegleitung in den Beruf in Hamm. Dabei wurde noch einmal deutlich, dass das, was die eine Kommune braucht, in der anderen nicht unbedingt nötig ist oder anders gestaltet werden muss.

Dass ein vorbeugender Ansatz dazu führt, Geld gezielter und wirksamer zu investieren, zeigt das Beispiel Bielefeld: Hier wurde eine frühzeitige und individualisierte Unterstützung für Kinder und Eltern angeboten, die alleine nicht zurechtkamen – anstelle eines Pauschalangebots von Betreuung in Tagesgruppen. Die neue Investition war für die Menschen sinnvoller, aber auch vergleichsweise günstiger und die nicht mehr nötigen Tagesgruppenplätze konnten abgebaut werden. Ergebnis: 260.000 Euro Ersparnis.

Das Modellvorhaben läuft noch bis 2015. Dann wird auch eine umfassende Evaluation vorgelegt, die zeigt, was eine kommunale Präventionskette bringen kann, für Kinder und Familien und für die öffentlichen Haushalte.

Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse, was für die Kinder gut ist, aber eben auch, wie sich durch den konsequent vorbeugenden Ansatz soziale Folgekosten vermeiden lassen und wie Geld de facto sinnvoller ausgegeben werden kann, sollen im nächsten Schritt allen Kommunen in NRW zur Verfügung gestellt werden. Ministerpräsidentin Kraft: „Wir wollen vorbeugende Strukturen im ganzen Land. ,Kein Kind zurücklassen’ – das war, ist und bleibt deshalb eines der zentralen Ziele dieser Landesregierung.“

 

Quelle: Presseinformation der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen vom 29.8.2014

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